KI-Präsentationen erstellen: Echter Ablauf statt Knopfdruck
Künstliche Intelligenz beschleunigt die Erstellung von Präsentationen erheblich. Erfahren Sie, wie der konkrete Ablauf in der Praxis für Unternehmen funktioniert.

Um eine professionelle KI-Präsentation zu erstellen, definieren Sie zunächst Ihre Kernbotschaften textlich und übergeben diese strukturiert an ein geeignetes KI-Werkzeug. Die Software generiert daraufhin Entwürfe für Folien, Texte und Layouts, die Sie anschließend manuell verfeinern und an Ihr Unternehmensdesign anpassen müssen.
Das Versprechen vieler Anbieter klingt verlockend: Ein einziger Satz soll genügen, um fertige Foliensätze inklusive passender Bilder und Grafiken zu erhalten. Für den professionellen Einsatz in österreichischen Klein- und Mittelunternehmen (KMU) sowie bei Einpersonenunternehmen (EPU) reicht dieser Ansatz jedoch selten aus. Eine KI nimmt Ihnen nicht die strategische Vorüberlegung ab. Wenn Sie das Thema KI-Präsentation erstellen ernsthaft angehen, verlagert sich Ihre Arbeit lediglich von der reinen Formatierung hin zur präzisen inhaltlichen Steuerung und Qualitätskontrolle. Sie benötigen einen klaren Prozess, um aus einer vagen Idee eine überzeugende Präsentation für Ihre Kundschaft, für Geschäftspartner oder für das eigene Team zu formen. In diesem Beitrag beleuchten wir den realistischen Ablauf, stellen etablierte Werkzeuge vor und zeigen, wo die Grenzen der aktuellen Technologie liegen.
Die inhaltliche Basis: Ohne Struktur keine gute Präsentation
Bevor Sie ein Werkzeug öffnen, um eine KI-Präsentation zu erstellen, benötigen Sie eine solide Grundlage. Künstliche Intelligenz arbeitet als Textgenerator und Strukturierungshilfe, kann aber Ihre unternehmerischen Ziele nicht erraten. Die Vorbereitung beginnt mit der Klärung der Zielgruppe und der Hauptaussage. Was soll das Publikum am Ende des Vortrags wissen oder tun? Notieren Sie diese Kernbotschaften in einem einfachen Textdokument.
Diese Vorarbeit ist entscheidend für die Qualität des Ergebnisses. Je detaillierter Sie das Thema umreißen, desto passgenauer wird der KI-generierte Entwurf. Ein gutes Vorgehen ist es, zunächst eine Gliederung mit den wichtigsten Punkten zu entwerfen. Sie können hierfür bereits auf Text-KIs zurückgreifen, um Ideen zu sammeln oder komplexe Sachverhalte zusammenzufassen. Wenn Sie beispielsweise Ihre Leistungen strukturiert darstellen wollen, hilft Ihnen vielleicht auch unser Beitrag zum Thema KI-Angebote schreiben, da die inhaltliche Strukturierung von Angeboten und Präsentationen oft ähnlichen Prinzipien folgt.
Sobald die groben Inhalte stehen, formulieren Sie präzise Anweisungen für das gewählte Werkzeug zur Präsentationserstellung. Geben Sie den Kontext vor, definieren Sie den gewünschten Tonfall und legen Sie fest, wie detailliert die einzelnen Folien sein sollen. Eine gute Eingabe enthält das Zielpublikum, das Thema, die gewünschte Anzahl der Folien und die Kernaussage für jede Folie. Diese bewusste Steuerung trennt zweckmäßige Arbeitsergebnisse von reinem Zufall.
Etablierte Werkzeuge zur KI-gestützten Folienerstellung
Der Markt für Software zur Erstellung von Präsentationen hat sich durch die Integration Künstlicher Intelligenz stark gewandelt. Es gibt mittlerweile verschiedene Ansätze, wie KI Sie bei dieser Aufgabe unterstützen kann (Stand Oktober 2026). Einige Lösungen sind eigenständige webbasierte Plattformen, andere binden KI direkt in bekannte Büroanwendungen ein.
Ein bekanntes webbasiertes Werkzeug ist Gamma. Laut Hersteller ermöglicht diese Plattform die Erstellung von Präsentationen, Dokumenten und Webseiten durch die Eingabe von Textanweisungen (Prompts). Gamma generiert ein vollständiges Layout inklusive Texten und Platzhaltern für Bilder. Das Design ist stark vorgegeben, lässt sich aber über globale Einstellungen anpassen. Dieses Werkzeug eignet sich besonders, wenn Sie schnell einen optisch ansprechenden Entwurf benötigen und nicht zwingend auf ein striktes, bestehendes Unternehmensdesign angewiesen sind. Die Nutzung erfordert in der Regel ein Konto; für erweiterte Funktionen ist ein kostenpflichtiger Tarif notwendig, wobei Sie die aktuellen Preise auf der Herstellerseite finden.
Einen anderen Weg gehen etablierte Büro-Suites. Ein prominentes Beispiel hierfür ist Microsoft, Copilot in PowerPoint. Hier ist die Künstliche Intelligenz direkt in die vertraute Arbeitsumgebung integriert. Die Funktion setzt voraus, dass Sie über die entsprechenden Geschäftslizenzen verfügen. Weitere Details zur Integration in den Arbeitsalltag lesen Sie in unserem Artikel über Microsoft Copilot im Unternehmen. Der große Vorteil dieser Integration liegt in der Möglichkeit, bestehende Unternehmensvorlagen weiter zu nutzen und die KI zur Umwandlung von Textdokumenten in Foliensätze heranzuziehen.
Anleitung: In vier Schritten zur KI-generierten Präsentation
Um den Ablauf für Sie greifbar zu machen, betrachten wir die konkrete Vorgehensweise. Diese Methodik lässt sich auf die meisten gängigen KI-Werkzeuge anwenden, wenn Sie eine KI-Präsentation erstellen möchten:
- Schritt 1: Das Rohteil vorbereiten und übergeben. Starten Sie nicht mit einer leeren Folie, sondern mit Ihrem Text. Übergeben Sie der KI ein strukturiertes Dokument oder einen detaillierten Befehl. Bitten Sie das System, aus diesem Text eine Gliederung für die Präsentation zu entwerfen.
- Schritt 2: Die Gliederung prüfen und anpassen. Die KI wird Ihnen eine Abfolge von Folientiteln und kurzen Stichpunkten vorschlagen. Kontrollieren Sie diese Struktur kritisch. Korrigieren Sie die Gliederung direkt durch einen weiteren Befehl oder manuell im Text, bevor Sie den Befehl zur eigentlichen Generierung der Folien geben.
- Schritt 3: Den ersten Entwurf generieren lassen. Erst wenn die Struktur stimmig ist, fordern Sie die Software auf, die eigentlichen Folien inklusive Text und Layout zu erstellen. Je nach Werkzeug erhalten Sie nun ein fertiges Dokument, das Sie als Basis nutzen.
- Schritt 4: Manuelle Überarbeitung und Feinschliff. Dies ist der wichtigste und zeitaufwendigste Teil. Sie müssen nun Texte kürzen, irrelevante generierte Bilder austauschen und sicherstellen, dass die Schriftarten und Farben exakt Ihrem Firmenauftritt entsprechen. Prüfen Sie zudem jede fachliche Aussage, da KI-Modelle Fakten nicht immer korrekt darstellen.
Praxisbeispiel: Projekte für Auftraggeber visuell aufbereiten
Ein typischer Anwendungsfall im Alltag eines kleinen Dienstleistungsunternehmens verdeutlicht den Mehrwert dieses Prozesses. Stellen Sie sich ein Beratungsbüro vor, das nach Abschluss einer umfangreichen Analysephase die Ergebnisse vor der Geschäftsführung der Kundenseite präsentieren muss. Die Basis für diesen Termin bildet ein sehr langes, rein textbasiertes Dokument.
In der Vergangenheit hätte die Überführung dieses Dokuments in eine ansprechende Präsentation bedeutet, dass Sätze mühsam gekürzt, in Stichpunkte verwandelt und manuell auf Folien platziert werden mussten. Mit dem Einsatz von KI ändert sich dieser Ablauf grundlegend. Das Textdokument wird als Datengrundlage in das Präsentationswerkzeug geladen. Die Anweisung an die KI lautet, die zentralen Herausforderungen und Lösungsvorschläge für ein Publikum auf Geschäftsführungsebene zusammenzufassen und auf maximal zwölf Folien zu verteilen.
Die Software extrahiert die wichtigsten Aussagen, schlägt passende Formulierungen für die Visualisierung vor und ordnet den Text in ein lesbares Layout ein. Das Beratungsbüro erhält somit innerhalb kurzer Zeit einen funktionalen Rohbau. Die verbleibende Arbeitszeit wird nun nicht mehr für das bloße Erstellen von Textboxen verwendet. Stattdessen konzentriert sich die Beraterin oder der Berater darauf, die strategische Ausrichtung der Folien zu schärfen, spezifische Fachbegriffe des Kundenunternehmens korrekt einzufügen und vertrauliche Zahlen manuell zu ergänzen, die aus Sicherheitsgründen zuvor nicht an die KI übergeben wurden.
Datenschutz und fachliche Grenzen beim Einsatz von KI
Trotz der enormen Zeitersparnis gibt es beim Thema KI-Präsentation erstellen klare Grenzen und Risiken, die Sie als Unternehmerin oder Unternehmer beachten müssen. Der wichtigste Aspekt betrifft den Datenschutz und den Umgang mit Geschäftsgeheimnissen. Wenn Sie ein webbasiertes KI-Werkzeug nutzen, laden Sie Informationen auf externe Server hoch.
Je nach Anbieter und gewähltem Tarif können diese Daten genutzt werden, um die zugrunde liegenden Sprachmodelle weiter zu trainieren. Geben Sie niemals vertrauliche Kundendaten, interne Finanzberichte oder schützenswerte Konzepte in öffentlich zugängliche oder nicht ausreichend abgesicherte KI-Werkzeuge ein. Prüfen Sie die Datenschutzbestimmungen der jeweiligen Anbieter sorgfältig und achten Sie darauf, dass die Verarbeitung den Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) entspricht. Da dieser Artikel keine Rechtsberatung ersetzt, sollten Sie sich im Zweifel durch entsprechende juristische Fachstellen absichern lassen.
Ein weiteres Risiko liegt in der fachlichen Zuverlässigkeit. KI-Modelle generieren Texte auf Basis von Wahrscheinlichkeiten, sie besitzen kein inhaltliches Textverständnis. Es kann vorkommen, dass fachliche Zusammenhänge falsch dargestellt oder erfundene Informationen eingefügt werden. Verlassen Sie sich daher nie blind auf die von der Maschine erstellten Inhalte. Die Verantwortung für die Richtigkeit der präsentierten Daten bleibt ungeteilt bei Ihnen. Auch generierte Bilder oder Designelemente sollten Sie stets kritisch überprüfen, um sicherzustellen, dass sie professionell wirken.
Die Rolle der KI im zukünftigen Arbeitsalltag
Die Fähigkeit, eine professionelle KI-Präsentation zu erstellen, entwickelt sich zunehmend zu einer essenziellen Kompetenz im Unternehmensalltag. Der größte Fehler ist jedoch die Erwartungshaltung, dass die Maschine den Prozess komplett automatisiert. Wer einen fertigen Vortrag auf Knopfdruck erwartet, wird von den Ergebnissen meist enttäuscht sein und unprofessionell wirkende Ergebnisse produzieren.
Erfolgreiche EPU und KMU nutzen diese Werkzeuge vielmehr als intelligente Assistenz, die den gefürchteten leeren Bildschirm überwindet und schnell erste Strukturvorschläge liefert. Die gewonnene Zeit können Sie in die strategische Ausrichtung, das Training für den eigentlichen Vortrag oder die persönliche Interaktion mit Ihrem Publikum investieren. Der Mensch bleibt der entscheidende Faktor: Ihre Erfahrung, Ihr Fachwissen und Ihr Gespür für das Gegenüber machen letztendlich den Unterschied zwischen einer durchschnittlichen und einer überzeugenden Präsentation aus.
Beginnen Sie am besten damit, unkritische Textvorlagen mithilfe verschiedener Werkzeuge umzuwandeln, um ein Gefühl für die Qualität der Ausgabe und die notwendigen Anpassungen zu bekommen. Mit der Zeit werden Sie feststellen, welche Befehle für Ihre spezifischen Anforderungen am besten funktionieren. Wenn Sie gezielt lernen möchten, wie Sie diese und andere KI-Lösungen sicher und effizient in Ihrem Betrieb verankern, empfehlen wir Ihnen unser kostenloses KI-Audit zur Bestandsaufnahme in Ihrem Unternehmen.
Quellen & weiterführende Links
Häufige Fragen
+Kann KI komplett selbstständig eine gute Präsentation erstellen?
Nein, eine KI kann Strukturvorschläge machen und Entwürfe generieren. Die strategische Zielrichtung, die inhaltliche Tiefe und der letzte Feinschliff müssen immer durch Menschen erfolgen. Es handelt sich um eine Assistenz, keinen Ersatz für fachliche Vorbereitung.
+Welche Daten darf ich bedenkenlos für KI-Präsentationen verwenden?
Sie sollten ausschließlich allgemeine, nicht vertrauliche Informationen in öffentliche KI-Werkzeuge eingeben. Sobald es um Geschäftsgeheimnisse oder sensible Kundendaten geht, müssen Sie streng abgeschottete Unternehmenslösungen verwenden, die datenschutzkonform betrieben werden. Holen Sie sich bei Unsicherheiten stets rechtlichen Rat ein.
+Muss ich für KI-Präsentationswerkzeuge Geld bezahlen?
Viele Anbieter bieten kostenlose Basisversionen an, um die Funktionen zu testen. Für den regelmäßigen professionellen Einsatz im Unternehmen und erweiterte Designmöglichkeiten ist in der Regel ein kostenpflichtiger Tarif erforderlich. Informieren Sie sich über aktuelle Preise direkt auf den Webseiten der Hersteller.
+Kann ich das Design meiner bestehenden Unternehmenspräsentationen beibehalten?
Das hängt stark vom verwendeten Werkzeug ab. Eigenständige Online-Dienste nutzen oft eigene Layouts, während integrierte Lösungen wie jene von Microsoft besser mit Ihren bestehenden Firmenstandards umgehen können. Oft ist dennoch eine manuelle Anpassung im Nachhinein nötig.
+Wie lange dauert die Einarbeitung in ein Tool zur Folienerstellung?
Die Bedienung der reinen Oberfläche ist meist intuitiv und schnell erlernt. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, das Schreiben präziser Befehle (Prompts) zu üben, um brauchbare Ergebnisse zu erhalten. Planen Sie einige Stunden ein, um die Reaktion der KI auf unterschiedliche Anweisungen zu testen.
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